Fußchirurgie – Ein kompetentes Team

Unser zertifiziertes fußchirurgisches Ärzteteam (D.A.F. und GFFC) deckt am Verbundkrankenhaus Linz-Remagen das komplette Spektrum der Fuß- und Sprunggelenkschirurgie ab. Dabei bieten wir Ihnen in unserer Fußsprechstunde (jeden Mittwoch ab 9 Uhr) die sorgfältige Untersuchung ihres Fußes, die Analyse ihrer mitgebrachten Röntgenbilder oder eine Einlagen- und Schuhberatung an. Im persönlichen Gespräch informieren wir Sie ausführlich über konservative Behandlungsmöglichkeiten und planen mit Ihnen (wenn erforderlich) Ihren operativen Eingriff.  Während Ihres stationären Aufenthaltes stehen wir Ihnen vor und nach der Operation für alle Fragen zur Verfügung. Für Ihre postoperative Nachbehandlung leiten wir ebenfalls alles Wichtige in die Wege: Benötigte Orthesen werden rezeptiert, alle Briefe und Unterlagen für Sie zusammengestellt, sowie ein Nachsorgetermin (sofern erforderlich) vereinbart.

 

Unser fußchirurgisches Team blickt auf eine langjährige Erfahrung zurück.

 

Bitte bringen Sie zum Termin folgende Unterlagen mit:

  • Einweisung und Überweisung durch Hausarzt oder Facharzt (Orthopäde/Chirurg)
  • ambulant bereits durchgeführte Röntgenbilder, MRT- oder CT-Untersuchungen auf CD, samt schriftlichem Befund
  • aktuell benutzte Einlagen, Bandagen oder sonstige Hilfsmittel
  • aktuelle Medikamentenliste
  • Falls auswärts bereits Fußoperationen oder andere relevante Voruntersuchungen am Fuß durchgeführt wurden: Arztbrief, OP-Bericht, Befundbericht etc.

 

Wir freuen uns, Sie kennenzulernen – Vereinbaren Sie Ihren Beratungstermin.

Unsere Leistungen

Hallux valgus und Spreizfuß – ein häufiges Beschwerdebild

Der Großzehenballen (Hallux valgus) ist meist die Folge eines Spreizfußes (verbreiterter Mittelfuß). Eine operative Korrektur ist bei fixierter Fehlstellung (Kontraktur), chronischen Gelenkschmerzen, wiederholten Entzündungen des Ballens und Zeichen einer schmerzhaften Mehrbelastung des Mittelfußes (Transfermetatarsalgie) erforderlich. Mit kontrollierter Durchtrennung der betroffenen Knochen (Korrekturosteotomien nach Scraf, Chevron oder Akin) und gezielter operativer Behandlung der Bänder und Kapsel des Großzehengrundgelenkes (sog. Weichteilrelease) wird die natürliche Anatomie wieder hergestellt. Zur Stabilisierung werden möglichst kleine Implantate (Schrauben), die nicht entfernt werden müssen, erfolgreich eingesetzt. Nach der Operation ist eine Vollbelastung in einem Verbandsschuh möglich. Dieser wird meist 4-6 Wochen getragen. Eine zusätzliche Bandage oder Zehenschiene kann erforderlich sein. Nach ca. 6 Wochen ist der Fuß im Alltag, nach 8-12 Wochen in der Regel auch beim Sport wieder voll belastbar. Wir führen die Operation unter kurz- stationären Bedingungen durch, um für unsere Patienten in den ersten zwei Tagen nach der Operation eine optimale Betreuung zu gewährleisten.

 

Hallux limitus / rigidus – Die Arthrose des Großzehengrundgelenkes

Ist durch die Arthrose des Großzehengrundgelenkes durch altersvorauseilende Knorpelschäden das Gelenk schmerzhaft teilweise (Hallux limitus) oder nahezu komplett (rigidus) eingesteift, ist eine Operation oft nicht vermeidbar. Der „Limitus“ kann noch durch Abtragung der schmerzauslösenden Knochenwülste und Korrektur der Bewegungsachse gelenkerhaltend operiert werden. Die operative Behandlung des „Rigidus“  besteht oft in der Gelenkstabilisierung (Versteifung/Arthrodese) in günstiger anatomischer Position oder durch Einsetzen einer Teil- (Hemi) oder Vollendoprothese (TEP). Die Entscheidung über das Verfahren ist u.a.  abhängig von der Anatomie, dem Grad der Arthrose, dem Wunsch des Patienten und dem Patientenalter. Im Rahmen unserer Fußsprechstunde wird dies mit jedem Patienten individuell durch unsere zertifizierten Fußchirurgen besprochen. Die Operation wird stationär durchgeführt, um für unsere Patienten in den ersten zwei Tagen nach der Operationen eine optimale Betreuung zu gewährleisten. Der Nachbehandlungszeitraum beträgt je nach Verfahren zwischen 4 und 12 Wochen.

 

Krallen- und Hammerzehen – Wenn der Schuh nicht mehr passt

Diese beiden Fehlstellungen treten meist an den Zehen 2-5 , den sog. Kleinzehen auf und führen häufig zu Schmerzen in den Mittelgelenken oder am Endglied, seltener auch unter den Grundgelenken. Die Ursachen für beide Fehlstellungen sind vielfältig, bei beiden Arten besteht ein Ungleichgewicht zwischen den Beuge- und Streckermuskeln der Zehen, die zur Verformung führen. Solang noch eine ausreichende Beweglichkeit in den Gelenken besteht, kann man die Fehlstellung möglicherweise durch Maßnahmen nur an den Sehnen und den Gelenkkapseln vornehmen (z.B. Transfer der Beugesehne auf die Streckseite, sog. Operation nach Girdlestone). Ist die Fehlstellung schon fixiert, also eingesteift, muss meist auch eine knöcherne Korrektur mit geplanter Versteifung in den Zehenmittelgelenken erfolgen (z.B. Operation nach Hohmann). Die Zehe wird hierdurch minimal kürzer, da etwas Knochen mit Gelenkfläche entfernt werden muss. Im Anschluss wird vorübergehend ein Draht durch die Zehenkuppe eingebracht, der die Zehenknochen während des Heilungsprozesses in der gewünschten Position hält und nach 4 Wochen ambulant wieder entfernt wird. Zudem können weiche Haltebandagen für einige Wochen nach der OP erforderlich werden. Insgesamt ist mit einem Arbeitsausfall von 1-2 Wochen bei Bürotätigkeit zu rechnen, für Tätigkeiten mit viel Laufen oder körperlicher Belastung 4-6 Wochen.

                                                                             

 

 

 

Mittelfußschmerzen sind ein häufiges Problem und stehen meist ursächlich in Verbindung mit Fehlstellungen des Fußgewölbes und folgend veränderten Belastungspunkten. Auch eine relative Überlänge von Mittelfußknochen kann eine Ursache sein. Beispielhaft sei der Schmerz der Mittelfußköpfchen zu nennen, der sich anfangs v.a. beim Gehen ohne Schuhe bemerkbar macht, später dann auch beim Laufen in Schuhen. Sofern eine konservative Therapie mittels Einlagen (z.B. mit sog. "Schmetterlingsrolle" oder lokalisierter Pelotte) und Fußgymnastik keine Entlastung und damit Schmerzreduktion erzielen kann, ist eine Operation eventuell anzuraten. Dabei wird in aller Regel die Position und Stellung des Mittelfußköpfchens verändert und mittels kleiner Schrauben fixiert, wodurch der Fuß neue Aufsatzpunkte erhält (z.B. sog. Operation nach Weill oder Weill-Osteotomie). Ziel ist die Schmerzreduktion bzw. -freiheit. Die Heilungsphase dauert im speziellen Weichbettungsschuh und unter anfänglich vermehrtem Hochlagern ca. 6 Wochen an, eine Schwellneigung des Fußes kann bis zu 3 Monate bestehen.

 

 

Die Morton-Neuralgie beschreibt einen Schmerz, der durch die Verdickung der sensiblen (für das Gefühl zuständigen) Nerven zwischen den Mittelfußköpfchen entsteht und zumeist unter Belastung auftritt.  Die Verdickung (das sog. Morton-Neurom) selbst entsteht durch mechanische Überbeanspruchung der Nerven. Sie ist anfangs noch reversibel, d.h. sie kann sich unter Schonung zurückbilden, im Spätstadium ist sie jedoch narbig eingescheidet und damit irreversibel. Am häufigsten tritt das Neurom zwischen dem 2. und 3., oder dem 3. und 4. Mittelfußköpfchen auf. Die Schmerzwahrnehmung muss sich jedoch nicht auf diese Punkte beschränken, sondern kann auch den Fußrücken oder die seitliche Fußkante betreffen.

Zur Diagnosefindung verwendet man meist lokales Betäubungsmittel, evtl. zusammen mit Kortison, welches in die Nähe des vermuteten Neuroms gespritzt wird. Verschwinden die Schmerzen hiernach für längere Zeit, kommen aber wieder, kann eine erneute Infiltration (max. 1-2 Wiederholungen) den Schmerz sogar vollkommen beseitigen. Ist die Schmerzfreiheit dagegen nur von kurzer Dauer, muss man von einer irreversiblen narbigen Veränderung des Nerven ausgehen und eine Operation diskutieren. Eine zusätzliche Untersuchung zur Darstellung des Neuroms ist nicht notwendig bzw. hilfreich.

Bei einer Operation wird das schmerzhafte Neurom entfernt, was in aller Regel auch zu einem bleibenden Gefühlsverlust in dem betroffenen Zeh führt, bei jedoch weiterhin erhaltener Zehenfunktion. Die erreichte Schmerzfreiheit wiegt bei den meisten Patienten jedoch deutlich höher, zumal die Sensibilität der restlichen Zehen vollkommen erhalten bleibt. Nach einer OP schließt sich eine Vorfußentlastung von meist 2 Wochen an, danach kann eine weiche Vorfußeinlage sinnvoll sein. Sport kann nach ca. 4 Wochen wieder betrieben werden.       

Korrekturoperation bei Fußfehlstellungen im Mittel- und Rückfuß

Zu Achsfehlstellungen in den Fußgelenken oder dem Sprunggelenk kann es anlagebedingt oder nach Unfällen kommen. Eine entsprechende Korrektur mittels kontrollierter Durchtrennung von Knochen (Osteotomie) und nachfolgender Stabilisierung (Versteifung) von Gelenken -mit und ohne zusätzliche Sehnentransplantationen- gehört zu den anspruchvollsten Schwerpunkten  unserer zertifizierten Fußchirurgie. Der Einsatz klassischer und moderner Techniken (Ilisarov und Taylor Spacial Frame TSF) erlaubt es, selbst komplexe Fehlstellungen zu korrigieren. Hierzu zählt auch die Behandlung von Knochendefekten durch Entzündungen (Osteomyelitis) oder bei erworbenen Wachstumsstörungen (z.B. Polioerkrankung). Die Operationsschritte lassen sich bereits vor der Operation mittels einer Computersoftware am Röntgenbild planen.  Nach der Operation finden regelmäßige Nachkontrollen in unserer Fuß- und Sprunggelenkssprechstunde statt.

 

Sprunggelenksfraktur

Brüche im Bereich der Sprunggelenksgabel gehören zu den häufigsten akuten Verletzungen im Bereich der unteren Extremität. Sowohl der Außen- als auch Innenknöchel sowie Anteile des unteren Schienbeines können im Rahmen der Verletzung betroffen sein. Eine Röntgen oder CT Aufnahme wird direkt in der Notfallambulanz angefertigt und die OP im Anschluss geplant. Während der Operation wird der Bruch wieder gerichtet und im Außenknöchelbereich mit einer Platte und Schraube stabilisiert. Im Innenknöchelbereich kommen häufig lange Schrauben und Drähte zum Einsatz. Besonderes Augenmerk liegt auf der sogenannten Syndesmose, einer bandhaften Verbindung zwischen dem Außen- und Innenknöchel. Bei Zerreißungen ist häufig eine Operation mit Naht des Bandes erforderlich, um die Stabilität der Sprunggelenksgabel wieder herzustellen.

Die Nachbehandlung nach erlittener Sprunggelenksfraktur findet in der Regel in einem speziellen luftgepolsterten Stiefel statt, mit dem die Aufbelastung schrittweise durchgeführt wird.

 

Die Arthrose des oberen Sprunggelenkes – Knorpelersatzverfahren / Endoprothese

Verschleißerscheinungen am Fuß betreffen sehr häufig das obere Sprunggelenk als größtes Gelenk im Fußbereich.  In den Frühstadien einer beginnenden Arthrose bieten wir in unserer Klinik die Möglichkeit, im Rahmen einer minimalinvasiven Arthroskopie (Gelenkspiegelung) erste knorpelstabilisierende Maßnahmen einzuleiten, und somit das Fortschreiten der Arthrose auszubremsen. Moderne Knorpelersatzverfahren (z.B. AMIC/Microfracture/OATS) kommen im Franziskus Krankenhaus auch am Sprunggelenk zum Einsatz. Hiermit lassen sich Knorpeldefekte wieder zu einem großen Teil biologisch auffüllen. Je nach Größe des vorliegenden Schadens und des gewählten operativen Verfahrens beträgt der Krankenhausaufenthalt 2-5 Tage. Eine Nachbehandlungsphase von 6-8 Wochen mit Entlastung des operierten Beines ist in der Regel einzuplanen.

In schmerzhaften Spätstadien der Sprunggelenksarthrose kann das obere Sprunggelenk durch eine Versteifungsoperation (Arthrodese) mittels Platte oder Nagel dauerhaft ruhiggestellt werden. Dies führt zu einer deutlichen Beschwerdelinderung bis -freiheit. Als mögliche Alternative zur Arthrodese, und zum besseren Erhalt der Gelenkbeweglichkeit, versorgen wir unsere Patienten seit über 15 Jahren mit einem künstlichen Gelenkersatz am oberen Sprunggelenk.  Die Prothese (anatomisches 3-Komponentenmodell) wird zementfrei über einen Hautschnitt auf der Vorderseite des Sprunggelenkes  eingesetzt.

Eine solche Prothese kann auch individuell für Sie mit Anfertigung sog. Patientenspezifischer Instrumente PSI (Prophecy)  bereits vor OP geplant, und somit die Prothese an Ihr individuelles Sprunggelenk angepasst werden. Ob Sie als Patient für diese Operation geeignet sind, wird im Rahmen einer persönlichen Untersuchung festgelegt.

Nach der Operation erfolgt zunächst eine Ruhigstellung für 2 Wochen in einem Unterschenkelgips und anschließend für weitere 4 Wochen in einem Spezialschuh. Eine intensivere Rehabilitation (ambulant oder stationär) kann nach 6 Wochen mit Erreichen der Vollbelastung ohne Spezialschuh begonnen werden.  Ihre gewünschte Rehabilitationsmaßnahme wird noch im Krankenhaus für Sie durch uns organisiert. 

Achillessehnenschmerz  / Haglundferse – nicht nur beim Sportler ein häufiges Krankheitsbild

Schmerzen an der Ferse sind ein häufiges Beschwerdebild in unseren Sprechstunden. Hierbei kommen viele verschiedene Ursachen in Frage und es gilt genau zu unterscheiden, wo die Beschwerden herkommen, und ob die Achillessehne ggf. schon teilweise angerissen ist.

Fersensporn / Plantarfasziitis

Der sogenannte „Fersensporn“ kann sowohl Schmerzen an der Fußsohle , seltener an der Achillessehne auslösen. Die Ursache für die Entstehung eines Fersensporns ist meist eine Kombination aus biologischer Anlage mit oder ohne Fußfehlstellung  und vermehrter Druckbelastung.  Die Größe oder das Vorhandensein eines Spornes ist nicht entscheidend. Es handelt sich meist um eine Entzündung der sog. Plantarfaszie am Übergang zur Ferse. Sollte nach durchgeführter konservativer Therapie (entlastende Einlagenversorgung, Krankengymnastik mit Dehnübungen der Achillessehne (s.u.) und manueller Therapie, Stoßwellentherapie) keine Besserung eintreten, bieten wir die operative Therapie in unserer Klinik an. Bei größeren schmerzhaften Defekten, Entzündungen oder Verkalkungen in der Achillessehne muss diese teilweise von ihrem Ansatz am Fersenbein abgelöst werden, um den Kalk zu entfernen. Es schließt sich dann postoperativ eine 6-8 wöchige Behandlung im Spezialschuh an. Mit einer schmerzfreien Belastungsfähigkeit ist nach ca. 3 Monaten wieder zu rechnen.

Chronische Reizsyndrome wie die sogenannte „Haglundferse“ haben eine Entzündung des Schleimbeutels am Achillessehnenansatz, und eine zu starke Reibung der Achillessehne an der hinteren knöchernen Ausziehung des Fersenbeins zur Ursache. Eine operative Therapie besteht in der Regel im Abtragen der störenden Knochenerhebung sowie die Entfernung des Schleimbeutels. Dafür ist in der Regel nur ein kleiner Hautschnitt neben der Achillessehne erforderlich. Je nach Befund sind die Beschwerden im Verlauf von ca. 2-4 Monaten nach der OP rückläufig,  und ein schmerzfreies Abrollen ist dann auch unter Belastung  wieder möglich.

 

Anleitung zu Dehnübungen der Achillessehne

 

 

  • Sehnentransferoperationen, -korrekturen (z.B. beim Knick-Senkfuß)
  • Korrekturoperationen bei Fehlstellungen (z.B. Klumpfuß), auch bei Kindern oder Jugendlichen
  • Frakturbehandlung, z.B. Fersenbeinbrüche
  • Diabetische Fußberatung
  • Einlagen- und Schuhberatung