Der Schmerz als eigener Krankheitswert

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,

in unserer Schmerztherapie, als ausgewiesene Fachabteilung für beide Standorte im Krankenhausplan Rheinland Pfalz, werden Patienten mit chronischen Schmerzen behandelt. Bei diesen Patienten hat der Schmerz seine eigentliche Warnfunktion verloren und einen eigenen Krankheitswert. Eine Schmerztherapie in einer besonderen Einrichtung ist stets dann erforderlich, wenn diese mit den Methoden der zunächst zuständigen einzelnen Fachgebiete nicht oder unzureichend erfolgreich ist oder war.
Sie kann nicht Aufgabe eines Fachgebietes sein, sondern muss in Zusammenarbeit von verschiedenen ärztlichen, psychologischen, physio- und ergotherapeutischen sowie pflegerischen Fachtherapeuten realisiert werden. Die Interdisziplinarität ist daher der Kern einer jeden Schmerzeinrichtung. Das Ziel ist es, diese Zusammenarbeit in vielfacher Weise zu realisieren.

Patienten sollen in der Regel von Beginn an von Ärzten verschiedener Fachgebiete sowie Psychologen und zeitnah auch von Physio- oder Ergotherapeuten je nach Art des Falles untersucht und behandelt werden. Auch während der Behandlung erfolgt ein regelmäßiger gegenseitiger Informationsaustausch und Absprachen durch wöchentliche Konferenzen und Visiten. Darüber hinaus sind monatliche Schmerzkonferenzen geplant, in denen besonders schwierige Fallkonstellationen in einem größeren Kreis auch mit auswärtigen Experten und Interessenten besprochen werden können.

Unsere Leistungen

  • Unspezifische Rückenschmerzen (z.B. Postlaminektomiesyndrom) 
  • Muskelschmerzen (z.B. Myositiden, Fibromyalgie) 
  • Schmerzen des Gelenkapparates (z.B. Morbus Bechterew, Arthrose) 
  • Persistierende Schmerzen nach Trauma (z.B. Brüche, Operationen) 
  • CRPS (Sudeck-Syndrom, z.B. nach Bagatelltrauma) 
  • Deafferenzierungsschmerz (z.B. Phantomschmerz) 
  • Neuropathisches Schmerzsyndrom (z.B. Diabetes, Alkoholtoxisch) 
  • Systemische Schmerzen (z.B. HIV-Infektion, Sklerodermie) 
  • Rheumaschmerzen (z.B. PCP, Psoriasis) 
  • Kopfschmerzen (z.B. Migräne, Trigeminusneuralgie, Spannungskopfschmerz) 
  • Gesichtsschmerzen (z.B. Atypischer Gesichtsschmerz, Myarthropathie, Costensyndrom) 
  • Tumorschmerz (z.B. Mamma-Ca, Prostata-Ca)
  • Medikamentöse Therapie 
  • TENS (Transcutane Elektrische Nervenstimulation) 
  • Blockaden-Regionalanästhesie (z.B. PDA-PCA) 
  • Manual- und Neuraltherapie 
  • Akupunktur 
  • Biofeedback 
  • Entspannungsübungen (Jacobson Hypnosetherapie) 
  • Testungen von Opiaten oder Rückenmarksstimulation

Die multimodale Schmerztherapie ist die modernste, wissenschaftlich fundierte Therapieform zur Behandlung von chronischen Schmerzzuständen. Grundlage dieser Therapieform ist das Verständnis von chronischem Schmerz als eigenständige Krankheit und bio-psycho-soziales Problem.

Das interdisziplinäre Behandlungsteam besteht aus speziell ausgebildeten Fachärzten, Psychologen und Ko-Therapeuten aus der Krankenpflege und Physiotherapie. Einmal pro Woche findet eine interdisziplinäre Teambesprechung statt, in der eine integrative Beurteilung des Therapieverlaufs der einzelnen Patienten und ggf. eine Abstimmung der einzelnen Therapeuten und Therapieformen stattfindet.

Eine multimodale Schmerztherapie ist bei Patientinnen und Patienten mit folgenden Problembereichen angezeigt:

  • Chronische Schmerzerkrankung
  • Mangelnder Erfolg ambulanter schmerztherapeutischer Maßnahmen
  • Medikamentenabhängigkeit oder -fehlgebrauch
  • Manifeste oder drohende Beeinträchtigung der Lebensqualität und/oder der Arbeitsfähigkeit
  • Psychosoziale Beeinträchtigung
  • Gravierende psychische Begleiterkrankung
  • Gravierende somatische Begleiterkrankung

Das Therapieprogramm sieht in der vorliegenden Form eine Kombination von invasiven Therapiemaßnahmen:

  • Gelenkinfiltrationen
  • Leitungsanästhesien
  • Regionalanästhesien

konservativen Therapiemaßnahmen:

  • Physikalische Therapie
  • Progressive Muskelentspannung
  • Aufmerksamkeitslenkung
  • Psychotherapeutische Begleitung
  • TENS – Reizstromtherapie
  • Biofeedback
  • Psychoedukation – Hilfe zur Selbsthilfe
  • Selbsthilfegruppe

und Sozialberatung in arbeitsrechtlichen und finanziellen Problemen vor. 

Durch die Möglichkeit der Kombination von invasiven und konservativen Maßnahmen ist eine Steigerung der Wirksamkeit der einzelnen Therapieformen zu erwarten: durch die invasiven Maßnahmen kann, bei guter Indikationsstellung, eine sofortige und z. T. anhaltende Schmerzreduktion erzielt werden. Die dadurch erzielte Entkoppelung von körperlicher Aktivität und Schmerz unterbricht kurzfristig den Angst- / Vermeidungszykus und fördert damit längerfristig die Motivation, die Therapiemaßnahmen ambulant und in Eigenverantwortung weiterzuführen. Dies ist wiederum die Voraussetzung für die Unterbrechung der Schmerz-Chronifizierung und Förderung des Genesungsprozesses.

Sie finden zu den folgenden Themengebieten ausführliche Informationen: