11.09.2015 - 14:43

Drei leitende Mitarbeiter aus der Anaesthesie- und Intensivabteilung des Verbundkrankenhauses Linz-Remagen informierten sich  in der Essener Bildungsakademie für Wissenschaft im Gesundheitswesen über aktuelle Probleme übergewichtiger Patienten die bei der pflegerischen Betreuung auftreten können. In dieser speziell zum Thema Adipositas veranstalteten Fortbildung wurden die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten und Ideen angesprochen, um diese Patienten bestmöglich betreuen zu können.
Immer öfters müssen solche Patienten operiert werden oder benötigen intensivmedizinische Betreuung. Mittlerweile gilt in Deutschland fast jeder fünfte Bürger als fettleibig mit einem Bodymassindex von 30 und mehr (normal ist bis 25)

 Adipöse Patienten belasten das Gesundheitssystem im wahrsten Sinne des Wortes: Op-Tische sind zu schwach, Nadeln zu kurz, Betten und Tragen zu klein, Ultraschall dringt kaum durchs Fettgewebe, Computertomographiegeräte sind zu eng und die pflegerische Betreuung kann extrem schwierig sein. Trotz spezieller Techniken des rückenschonenden Arbeitens mit schweren Lasten, kommt das betreuende Pflegepersonal oft an seine körperliche Belastungsgrenze.

Schwergewichtige haben in der Regel eine geringere Belastungsfähigkeit und brauchen ausführliche diagnostische Untersuchungen, um häufig auftretende Begleiterkrankungen von Herz/Kreislauf und Atemwegen rechtzeitig zu erkennen und das Narkose- und Operationsrisiko zu verringern.

Verwaltungsdirektor Thomas Werner: „Bislang hat man sich in den Kliniken zu behelfen versucht, aber allmählich befassen sich die Krankenhäuser zunehmend mit dem Problem Adipositas und ein Umdenken setzt ein. Die Extraausstattung für die Behandlung schwergewichtiger Patienten muss vom Krankenhaus selber finanziert werden. Wir haben die Problematik erkannt und stellen uns auf die notwendigen Veränderungen ein.“

Sinnvoll scheinen spezielle Pflegezimmer zu sein, in denen Patientenbett und Zubehör auf die veränderten Gegebenheiten des Patienten angepasst sind. Lagerungshilfen wie Gleitmatten oder Rollbretter können dabei die Pflegenden unterstützen.

Auch im Op-Anaesthesiebereich sind Anpassungen notwendig. Zubehör in XXL-Größe muss vorhanden sein und die fahrbaren Op-Tische, die bisher für 135 kg schwere Patienten zugelassen sind, werden zukünftig gegen Modelle ausgetauscht, die bis über 300 kg schwere Patienten transportieren können.

Mit diesen Maßnahmen bereitet sich das Verbundkrankenhaus Linz-Remagen auf das veränderte Patientenspektrum der kommenden Jahre vor.

Am 25.Oktober 2015 veranstaltet das Verbundkrankenhaus Linz – Remagen im Krankenhaus Maria Stern Remagen einen Tag der offenen Tür, ebenso am 31.Oktober 2015 im Franziskuskrankenhaus Linz.

In Maria Stern besteht Möglichkeit, den modernen Arbeitsplatz für Operationen und Narkosen vor Ort in einem abgetrennten Teil des Operationsbereiches kennen zu lernen. Dabei werden auch die Probleme deutlich, die bei der Behandlung schwergewichtiger Patienten auftreten.

Zusätzlich zum jeweiligen Informationsprogramm am Tag der offenen Tür bietet das Verbundkrankenhaus Linz - Remagen für interessierte Bürger eine Woche lang gesundheitrelevante Themen an, die sowohl in Remagen als auch in Linz besucht werden können.