21.09.2016 - 18:00

Auf großes Interesse stieß die Einladung zum Medcafé im Krankenhaus Maria Stern, wo Dr.med Thorsten Lücke (Chefarzt der Anaesthesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie) aktuelles zum Thema Fibromyalgie berichtete.

"Fibromyalgie ist eine chronische Erkrankung, die aber auch keine schweren strukturellen bleibende Schäden im Körper verursacht", beschrieb Dr.Lücke die Auswirkungen der Erkrankung. Dabei kommt Sie vergleichsweise häufig in Deutschland vor. Etwa 3 Prozent der Bevölkerung in Deutschland leiden an dieser Erkrankung, am häufigsten sind Frauen zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr betroffen.

Typische Symptome der Fibromyalgie sind Muskelschmerzen, Müdigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen und oft psychische Beschwerden wie Ängste oder Depressionen deren Ursache nicht eindeutig zu klären ist.

"Die Diagnosestellung ist entsprechend schwierig", so Dr.Lücke, da die Symptome auch bei vielen anderen Erkrankungen ähnlich auftreten. Hier gilt es dann alle anderen infrage kommenden Erkrankungen auszuschließen. Oft dauert es lange, bis die endgültige Diagnose gestellt wird und die Betroffenen einen langen Leidensweg zu verschiedensten Ärzten hinter sich haben."

Als Schmerztherapeut im Verbundkrankenhaus Linz-Remagen, konnte Dr.Lücke aus seiner Erfahrung mit Fibromyalgiepatienten berichten. "Ziel unserer Therapie ist es, die Beschwerden so weit wie möglich zu reduzieren. Für die Behandlung stehen zahlreiche Methoden der Schmerztherapie zur Verfügung. Die modernste wissenschaftlich fundierte Therapieform ist die multimodale Schmerztherapie zur Behandlung von chronischen Schmerzzuständen, die seit einigen Jahren im Verbundkrankenhaus in Linz und in Remagen und auch im MVZ Sinzig (Medizinisches Versorgungszentrum) angeboten wird. Ein interdisziplinäres Behandlungsteam von speziell ausgebildeten Fachärzten, Psychologen und Therapeuten aus der Krankenpflege und Physiotherapie betreuen die Patienten intensiv.

Mit einer interdisziplinären Teambesprechung wird der Therapieverlauf der einzelnen Patienten besprochen und ggf. eine Abstimmung zwischen den Therapeuten und Therapieformen getroffen.

 

Das Therapieprogramm sieht eine Kombination von invasiven Therapiemaßnahmen vor (Gelenkinfiltrationen, Leitungsanästhesien, Regionalanästhesien) sowie zahlreiche konservative Therapiemaßnahmen. Hierzu gehören (Physikalische Therapie, Progressive Muskelentspannung, Aufmerksamkeitslenkung, Psychotherapeutische Begleitung, TENS - Reizstromtherapie, Biofeedback, Psychoedukation - Hilfe zur Selbsthilfe, Selbsthilfegruppe und Sozialberatung in arbeitsrechtlichen und finanziellen Problemen .

Die Gäste des Medcafés nutzten im Anschluss die Gelegenheit, um offene Fragen in der Teilnehmerrunde mit Dr.Lücke zu besprechen.

Die nächste Medcafé - Veranstaltung findet am 5.Oktober um 18 Uhr in der Cafeteria des Franziskus-Krankenhauses Linz statt. Dr.med.Rudi Auen (Chefarzt der Chirurgie) informiert über aktuelles zum Thema Hüftsch