30.07.2015 - 17:53

neues Zytostatikalabor ermöglicht Tumorpatienten die schnellstmögliche Therapie

Das Verbundkrankenhaus Linz-Remagen verfügt als zertifiziertes Darmzentrum über besondere Erfahrungen und Kompetenz in der umfassenden Behandlung und Versorgung von Patienten mit Darmkrebserkrankungen. Zu der ganzheitlichen Betreuung gehört auch die Herstellung von Chemotherapeutika in der Krankenhausapotheke, die von Dr.rer.nat. Alexander Dauth (Fachapotheker für klinische Pharmazie) geleitet wird. Das bisherige Zytostatikalabor wurde vor kurzem durch ein neues und hochmodernes Zytostatikalabor ersetzt.

Da Zytostatika das Wachstum von Tumorzellen hemmen, aber auch gesunde Zellen schädigen können, werden diese Medikamente zum Schutz der Mitarbeiter unter strengsten Hygienebedingungen in einem Sterillabor mit Personal- und Materialschleuse hergestellt. Luftreinheit mit Hochleistungs- filtern und permanentem Luft- austausch halten selbst kleinste Partikel von der Herstellung fern und sorgen für höchste Hygiene bei der Abfüllung der Infusionslösungen und best- möglichen Schutz der Mitarbeiter und der Patienten, die in der Phase der Chemotherapie besonders anfällig für Infekte sind. 

Nach einer mehrmonatigen Planungs- und Umbaumaßnahme, konnte Apotheker Dr. Dauth jetzt das nach modernsten Anforderungen gebaute hochsterile Zytostatikalabor in Betrieb nehmen. Insgesamt fast 400.000 Euro investierte die Angela von Cordierstiftung in diese Bau-maßnahme, um die Patienten-versorgung mit Zytostatika im eigenen Labor gewährleisten zu können.

Die für die Chemotherapie notwendige Herstellung der Medikamente (Zytostatika) ist mit besonderem Aufwand verbunden, weil jede Rezeptur speziell auf den Patienten berechnet und abgestimmt wird. 

Dr.Dauth: „Eine schnelle Verfügbarkeit der Medikamente kann für den Heilungsprozess wichtig sein und verbessert die therapeutischen Möglichkeiten. Unser Ziel ist es, Patienten in unserem Verbundkrankenhaus  zeitnah mit den extra für sie hergestellten Infusionslösungen zu versorgen“.

Die von ihm geleitete Krankenhausapotheke des Verbundkrankenhauses Linz-Remagen ist seit 2010 nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert. Im Mai 2015 wurde sie von der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz mit außergewöhnlich gutem Ergebnis erfolgreich rezertifizert.

Zytostatika zählen neben der Operation und der Strahlentherapie zu den drei wichtigen Säulen der Onkologie. Sie haben entscheidenden Anteil daran, dass sich in den letzten Jahrzehnten die Lebenserwartung bei den Krebspatienten deutlich verbessert hat.

Bereits seit 2007 besteht im Verbundkrankenhaus Linz – Remagen das sogenannte Tumorboard. So bezeichnet man das regelmäßige Treffen der Fachärzte für Chirurgie, Innere Medizin, Pathologie, Radiologie und Strahlentherapie, sowie der im Verbundkrankenhaus Linz-Remagen niedergelassenen Onkologischen Praxis von

Dr.Risse. Weiterhin nehmen die Schmerztherapeuten und Palliativmediziner des Krankenhauses an dem Tumorboard teil. Zusammen mit weiteren Fachärzten und Hausärzten besprechen sie dort das jeweilige Krankheitsbild der Patienten, die eine Tumorerkrankung haben.

Bei dieser individuellen Besprechung wird für jeden Patient die optimierte und maßgeschneiderte Behandlung nach modernsten Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft geplant.

Oft geht es dabei um die Frage, welche Nachbehandlung nach einer Tumoroperation möglich ist. Bestrahlung oder Chemotherapie? Beides? Wenn ja in welcher Reihenfolge?

Chefarzt Professor Dr. Jens Standop, der sowohl in Linz und Remgagen mit seinem Team operativ tätig ist und spezielle Sprechstunden anbietet, freut sich darüber, dass die seit Jahren etablierte enge Zusammenarbeit mit der onkologischen Praxis Dr. Risse und den Strahlentherapeuten nun mit dem neu gebauten Zytostatikalabor die bisher schon optimalen Voraussetzungen für eine schnelle und effektive Therapie weiter verbessert wird.  

„Die Patienten profitieren von der ganzheitlichen Behandlung. Alle beteiligten Ärzte sind durch unser Tumorboard von Anfang an mit beteiligt.  Unsere Patienten brauchen keine Terminabsprachen mit verschieden Ärzten, keine lange Wartezeiten auf notwendige Untersuchungen und die Behandlung wird von allen Spezialisten gemeinsam geplant. Von der Erstdiagnose, über eine notwendige Operation bis zur Nachbehandlung mit Bestrahlung und Chemotherapie erhalten die Patienten die bestmögliche Betreuung. Ganz wichtig hierbei: Zunächst wird der Patient über die möglichen Behandlungswege beraten. Erst danach wird dann gemeinsam einen Behandlungsplan festgelegt“, so skizziert Professor Dr.Standop die sich ergebenden Vorteile.