06.01.2020 - 09:00

Verbundkrankenhaus Linz-Remagen ist auf minimalinvasive Untersuchungs- und Operationstechniken spezialisiert

Chefarzt der Orthopädie & Unfallchirurgie Dr. med. Rudolf Auen

Linz-Remagen. Jede Bewegung ist eine Qual. Knie oder Hüfte schmerzen bei Belastung oder sogar in Ruhe. Konservative Therapiemaßnahmen zeigen keine Wirkung mehr. Der Patient leidet. „Wenn Schmerzen und Bewegungseinschränkungen den Alltag des Patienten bestimmten, muss man abklären, ob ein operativer Eingriff sinnvoll ist, um die Lebensqualität wieder herzustellen“, erklärt Chefarzt Dr. Rudolf Auen, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, am Verbundkrankenhaus Linz-Remagen. „Aber, wenn eine Operation ansteht, ist es wichtig, dass der Eingriff so schonend, wie irgend möglich, mit möglichst absehbar maximalem Erfolg durchgeführt werden kann“, betont Dr. Auen, Spezialist für spezielle Unfallchirurgie sowie Fuß- und Sprunggelenkschirurgie (D.A.F.).

 

Im Verbundkrankenhaus Linz-Remagen setzen die Experten deshalb, dort wo es sinnvoll und möglich ist, auf sogenannte minimalinvasive und patientenindividualisierte Untersuchungs- und Operationstechniken. Seit 30 Jahren ist das Krankenhaus Linz-Remagen bereits auf  arthroskopische Untersuchungen und  Operationen in den Bereichen spezialisiert. „Die Eingriffe erfolgen über etwa 0,5 Zentimeter lange Schnitte. Eine solche Gelenkspiegelung führen wir routinemäßig am Schultergelenk, Ellenbogengelenk, Kniegelenk und oberen Sprunggelenk durch. Insgesamt mehr als 1500 mal pro Jahr. Es ist ein risikoarmes Standardverfahren für viele Gelenkoperationen, die früher nur als offener Eingriff mit großem Schnitt möglich waren. Die Möglichkeiten der arthroskopischen oder arthroskopisch assistierten Operationen sind zunehmend.“

 

Das Verbundkrankenhaus Linz-Remagen ist zudem eines der Krankenhäuser, das sich auf minimalinvasive Technik im Rahmen der Endoprotethik der Hüfte, also wenn ein künstliches Hüftgelenk notwendig ist, spezialisiert hat. Dabei wird der Hautschnitt auf der Vorderseite des Hüftgelenkes über ca. 8cm durchgeführt. Das ist ein sogenannter Direkter Anteriorer Zugang. Die weitere Darstellung und Operation erfolgt durch eine anatomische Muskel-, Gefäß- und Nervenlücke. „Der deutsche Chirurg Dr. Hueter hat dies bereits 1873 beschrieben und die ersten Hüftgelenke wurden über diesen Zugang bereits vor dem 2. Weltkrieg implantiert.“ Dr. Auen hat diese Technik mit Beginn seiner chefärztlichen Tätigkeit im Juni 2011 zunächst in Linz und dann ab April 2014 auch in Remagen eingeführt und alle Hüftoperateure darin geschult. „Dieses Verfahren ist vergleichsweise schonend. Gegenüber den klassischen Verfahren hat es den nachgewiesenen Vorteil, dass der Organismus weniger belastet wird und die Schmerzen nach der Operation geringer sind. Es gibt eine deutlich geringere Narbenbildung und auch die Erholungszeit ist verkürzt. Die Patienten sind schneller wieder vollbelastbar im Alltag.“ Darüber hinaus sei die Bluttransfusionsrate erheblich reduziert und die Patienten brauchen weniger Schmerzmittel. „Das Verfahren ist so schonend, dass es auch beidseitig im Einzelfall durchführbar ist. Es gibt einzelne Patienten, die sind schon nach drei Wochen wieder im eigenen Betrieb“, weiß der Chefarzt aus Erfahrung. „Ich erhalte regelmäßig von Patienten und auch Physiotherapeuten nach der Rehabilitation die Rückmeldung, dass diese Patienten viel fitter gewesen seien, als andere Patienten und besser von der Reha profitieren konnten.“

 

„Mit dem Angebot dieser minimalinvasiven Hüft-Endoprotethik hat das Krankenhaus Linz-Remagen ein Alleinstellungsmerkmal. Wir können auf eine nahezu zehnjährige Erfahrung blicken und mit bis zu 300 Hüft-Eingriffen pro Jahr auch hohe Fallzahlen vorweisen. Das heißt, dass wir damit auch auf sehr hohe Erfahrungswerte bauen können“, erläutert Dr. Auen. Dr. Auen unterstreicht einen weiteren Vorteil, den das kleinere, hochspezialisierte Krankenhaus hat. „Der Patient kennt hier seinen Operateur bereits von der ersten Sprechstunde an. Ärzte und Pflegeteam sind spezialisiert und arbeiten eng mit dem Patienten zusammen. Das schafft Vertrauen und Identifikation“ 

Minimalinvasive Verfahren erfordern allerdings hochspezialisierte Operateure, modernste Technik, und erfahrenes Pflegepersonal. „In unserem  Haus stehen moderne, langjährig bewährte Prothesentypen zur Verfügung. Vor der Operation wird entsprechend der Leitlinien der orthopädischen Fachgesellschaften jede Implantation mittels einer Computersoftware individuell geplant, um die Anatomie des Patienten so perfekt wie möglich wiederherzustellen

und vor allem auf mögliche Schwierigkeiten gut vorbereitet zu sein. „Wer seinen Eingriff nicht plant, plant ein mögliches Scheitern“, so Dr. Auen. „Aus diesem Grund verwenden wir bei starken Fehlstellungen, angeborenen oder erworbenen Deformierungen im Kniegelenksbereich auch patientenindividualisierte Techniken“. Dabei wird die Planung mittels einer Computertomographie (CT) erweitert und bereits vor der wirklichen OP die Prothese am individuellen Computermodell dreidimensional virtuell eingepasst. Es werden dann individuelle Instrumente/Schablonen gefertigt, die die Umsetzung dieser Planung am Patienten sehr exakt ermöglichen. Besonders am Sprunggelenk, welches eine komplexe Anatomie auf kleinem Raum besitzt, hat sich diese Technik im Verbundkrankenhaus Linz-Remagen bewährt. Wir waren die ersten in Deutschland, die diese Technik auch für das Sprunggelenk 2014 eingeführt haben und seitdem ausschließlich anwenden“, sagt Dr. Auen.

Die Nachbehandlung ist ebenso wichtig, wie die Operation. „Wir geben den Dingen ja nur eine bessere Richtung. Für den weiteren Erfolg ist, neben dem Patienten selbst, auch eine gute Weiterbehandlung verantwortlich.“

 

Ein Team von Physiotherapeuten, Pflegenden und der Sozialdienst unterstützt am Verbundkrankenhaus Patienten unmittelbar nach Operation im Krankenhaus sowie bei Organisation der  nachfolgenden Rehabilitation, ambulant oder stationär.

„Eine Vollbelastung ohne Gehstöcke ist auf kurzen Strecken bereits nach der Operation,  im Alltag und auf längeren Strecken nach meist vier Wochen erreicht“, erläutert Dr. Auen.

Trotz allen Fortschritts und aller Möglichkeiten, sollten sowohl Arzt als auch Patient „respektvoll mit einem Eingriff und insbesondere der Notwendigkeit“ umgehen. „Wir tun alles, damit der Eingriff für den Patienten ein einmaliges Ereignis bleibt. Eine 100prozentige Garantie, können auch wir nicht geben“, so Dr. Auen. Aus diesem Grund wird im Verbundkrankenhaus eine Operation nur durchgeführt, wenn Arzt und Patient die Notwendigkeit bestätigen können. 

 

Einen Namen gemacht hat sich das Verbundkrankenhaus auch bei der Behandlung von  Sportverletzungen. „Kreuzbandrisse bedeuten im Normalfall OP, Kreuzbandnaht oder Kreuzbandersatz. Es vergehen Monate bis Patienten das Knie wieder belasten können. Wir setzen, wo es möglich ist, auf die Healing Response-OP, eine arthroskopische Operationsmethode, bei der das Kreuzband unter Sicht in seine natürliche Position verbracht wird. Mit einer speziellen Ale werden dort kleine Löcher im Knochen zur Stimulation von Stammzellen aus dem Knochen gesetzt, die so die Selbstheilung anregen und unterstützen. Damit wird die Heilungszeit erheblich verkürzt und der Patient behält nicht nur sein eigenes Kreuzband, sondern damit auch alle Rezeptoren eines natürlichen Kreuzbandes“, erläutert Chefarzt Dr. Dieter Altmann. Diese Methode wird an wenigen Krankenhäusern angeboten. „Wir haben hohe Fallzahlen und veröffentlichten bereits zwei Studien zu diesem Thema“, betont er.

 

Auch Eingriffe an der Schulter gehören, so Dr. Altmann, mit 200 Operationen im Jahr zu den Standardoperationen im Verbundkrankenhaus.  „Wir haben hier zwei Oberärzte, die sich auf Endoprotethik und Fraktionsbehandlung im Bereich der Schulter spezialisiert haben. Gleiches gilt für Operationen am Sprunggelenk und allen anderen Gelenken.

„Wir können eine 86prozentige Weiterempfehlungsrate vorweisen“, sagt  Dr. Altmann, der ebenfalls über ein Zertifikat der Fuß-und Sprunggelenkschirurgie verfügt. Beide Chefärzte verweisen auf einen weiteren Schwerpunkt des Verbundkrankenhauses. „Wir können im Bereich der Unfallchirurgie sämtliche Verletzungen der Gelenke, der Knochen, des Beckens oder des Hüftgelenks und eingeschränkt auch der Wirbelsäule behandeln. Im Falle sehr schwerer Verletzungen und bei schweren Berufsunfällen arbeiten wir mit großen Unfallkrankenhäusern in Bonn und Koblenz zusammen.“ 

 

 

Tipp:

 

Für Versicherte der Barmer GEK, denen von ihrem behandelnden Arzt eine Knie-Operation empfohlen wurde, besteht die Möglichkeit, sich eine Zweitmeinung beim renommierten Kniespezialisten Dr. Dieter Altmann am Verbundkrankenhaus Linz-Remagen einzuholen.

 

Teledoktor ebnet Weg zur Zweitmeinung

 

Der Weg zur neutralen Zweitmeinung ist für Kniepatienten kurz. Vor einem angeratenen Eingriff können sich Versicherte beim Barmer GEK Teledoktor beraten lassen. Der Teledoktor ist ein Angebot der Krankenkasse, bei dem ihre medizinischen Experten rund um die Uhr zum Beispiel am Telefon Rede und Antwort stehen. Sie unterliegen dabei der ärztlichen Schweigepflicht und sind erreichbar unter der kostenfreien Rufnummer 0800 3333 500. Bei Bedarf vermittelt der Teledoktor Patienten aus dem Landkreis Neuwied und Umgebung an Dr. Altmann.